“Draußen vor der Tür” 19.04.2008

Schon von Beginn an war eifellicht e.v. bei seinen Hilfsgütertransporten eng mit der Humanistischen Universität Smolensk verbunden. Studenten dieser Universität haben das Theaterstück „Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert in deutscher Sprache einstudiert, und führten dieses in Deutschland auf.

Das Drama „Draußen vor der Tür“ spielt im Hamburg der unmittelbaren Nachkriegszeit 1945. Ein Mann namens Beckmann kommt mit nur einer Kniescheibe, humpelnd und frierend aus der Kriegsgefangenschaft aus Sibirien nach Hause zurück und trifft alles anders an, als er es verlassen hat. Er ist einer „von denen, die nach Hause kommen und die dann doch nicht nach Hause kommen, weil für sie kein Zuhause mehr da ist. Und ihr Zuhause ist dann draußen vor der Tür."

Auf Einladung des Freundeskreises Hagen-Smolensk und eifellicht e.v. führten die Studenten dieses Theaterstück im April 2008 in Deutschland auf.

Beschreibung des Projektes

"Die Aufführung von Wolfgang Borcherts Theaterstück „Draußen vor der Tür“ ist ein Projekt des Studententheaters „Miracle“ der Smolensker Humanistischen Universität.

Gegenwärtig besteht das Repertoire des Theaters aus drei Bühnenstücken auf Französisch, die bei internationalen Festspielen französischsprachiger Jugendtheater in Moskau (2005 und 2006) und im rumänischen Arad (2007) gezeigt und mit Preisen ausgezeichnet wurden.

Die Theatergruppe hegte schon immer den Wunsch, ein Schauspiel in deutscher Sprache aufzuführen. Das Ziel dieses Projektes war vor allem das Erlernen der deutschen Sprache mit Hilfe der Suggestopädie - zumal von 20 Schauspielern vier Deutsch als erste und fünf als zweite Fremdsprache lernen. Andere eignen sich die deutsche Sprache im Kontext des Theaterstücks an. Überdies bietet die Aufführung des Schauspiels in einer Fremdsprache neue Möglichkeiten für die Darsteller zur Vervollkommnung ihrer Schauspieltechnik und ermöglicht, die Bedeutung und die Rolle des Wortes als Gestaltungsmittel des Darstellers zu begreifen. Das ist nämlich eine sehr interessante Erfahrung.

Die Arbeit am Theaterstück eines deutschen Autors ist eine Berührung mit der Kultur Deutschlands, seiner Traditionen, Geschichte und Literatur.

Die Wahl des Theaterstücks von Wolfgang Borchert ist durch den Wunsch begründet, ein Gespräch zu einem Thema anzuregen, das für uns erst in jüngster Zeit offensichtlich wurde, nachdem Russland schreckliche Kriegserfahrungen in Afghanistan und Tschetschenien gemacht hatte. Da sahen wir, wie der Krieg einen Menschen zerstört und wie die ehemaligen Soldaten keinen Platz im friedlichen Leben finden konnten.

Außerdem wussten wir schon bei der Auswahl des Bühnenstücks, dass es ein schwieriges Gespräch über das Deutschland der Nachkriegszeit und über Deutsche sein wird, denn unser Land hat einen hohen Preis für den Sieg im Krieg bezahlt, und praktisch in jeder Familie wird der Gefallenen gedacht.

Wolfgang Borchert war an der Ostfront, bei Smolensk wurde er verletzt. Den gleichen Weg hat auch Beckmann, der Held seines Bühnenspiels, hinter sich. Deswegen waren wir der Ansicht, dass all das von unseren Zuschauern tief empfunden wird.

Die Erstaufführung fand am 3. April 2007 statt. Inzwischen wurde das Stück dreimal aufgeführt: zweimal in Smolensk und einmal in Stankt Petersburg. Insgesamt haben sich etwa 1000 Zuschauer das Theaterstück angesehen, und jedes Mal war es sowohl für die Menschen im Zuschauerraum als auch für die Theatergruppe eine Herausforderung.

Während der Arbeit am Projekt wollten wir, dass auch das deutsche Publikum sich unser Theaterstück ansieht, damit wir die Möglichkeit erhalten, uns über das Empfinden jener schweren Zeit auszutauschen. Wir möchten zeigen, dass Barmherzigkeit und Mitleid die Werde sind, die jedem Menschen unabhängig von seiner Nationalität zu eigen sind.“

Künstlerische Leiterin des Theaters und Regisseurin des Theaterstück ist Elena Kuryanova.

Malwettbewerb Jarzewo “MaJa”
2002/2003

Das Preisgeld von 1.023 € des Förderpreises der Robert-Bosch-Stiftung wurde für einen Malwettbewerb verwendet. Die Kinder aus dem Heim in Jarzewo wurden aufgefordert, Bilder zu malen, die das Thema Kinderheim und eifellicht behandeln. Davon wurden 41 Bilder ausgesucht und während der Theatervorstellungen im November und Dezember 2002 ausgestellt. Die Besucher hatten die Möglichkeit, bis zu 10 Bildern eine Stimme zu geben. Hier die drei ersten Plätze:

PLATZ1
PLATZ2
PLATZ3

Die drei Künstler erhielten einen Extra-Preis in Form von Bekleidung, alle 41 Künstler erhielten weiterhin eine kleine Aufmerksamkeit. Das Preisgeld an sich wird dafür verwendet, den Malern aus dem Kinderheim in Jarzewo einen Ausflug in den Zirkus zu ermöglichen.

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