Gerolstein/Moshi (Tansania). Was mit einer einfachen Anfrage begann, entwickelte sich zu einem außergewöhnlichen Hilfsprojekt über mehrere tausend Kilometer: Nach sechs Monaten Reisezeit hat ein von Eifellicht e.V. vermittelter Elektrorollstuhl die 16-jährige Minaeli Yohana in einem katholischen Waisenheim in Moshi am Fuße des Kilimandscharo erreicht.


Den Anstoß gab Alexa Krämer von der Pfarrei Gerolstein / Partnerschaft Aidswaisenhilfe Tansania. Sie fragte bei Eifellicht an, ob ein passender Elektrorollstuhl für die schwer körperlich beeinträchtigte Jugendliche zur Verfügung stehe.
Fündig wurden Heinz Sohns und Heinz-Peter (HP) Thiel in Lohmar bei Paul Ittenbach vom Verein „Together – Behindert, NA UND!“. Dort entdeckten sie nahezu zufällig einen fast neuen Elektrorollstuhl. Nach der Begutachtung stand fest: Der Rollstuhl passt genau zu Minaelis Bedürfnissen.


Möglich wurde der Transport durch die deutschlandweite Zusammenarbeit im Netzwerk „Ziviler Krisenstab“. Über dieses Netzwerk entstand der Kontakt zu MWANZA e.V., die im Auftrag der Stadt Würzburg einen Hilfsgütertransport nach Mwanza in Tansania organisierten. Dadurch konnte der Elektrorollstuhl in einem Seecontainer die lange Reise nach Ostafrika antreten.
Vor der Verschiffung wurde der Rollstuhl mit Unterstützung der FELUWA Pumpen GmbH in Mürlenbach fachgerecht und seefest verpackt. Eifellicht-Mitglied Ewald Hoffmann brachte ihn anschließend nach Würzburg, wo er verladen wurde.
Nach sechs Monaten Seereise, längeren Abstimmungen mit den Zollbehörden im Hafen von Dar es Salaam sowie einer Zwischenlagerung in Mwanza am Victoriasee konnten schließlich auch die letzten rund 1.000 Kilometer auf dem Landweg bis nach Moshi bewältigt werden.


Die Freude bei der Übergabe war überwältigend. Minaeli Yohana kam erstaunlich schnell mit der Technik ihres neuen Elektrorollstuhls zurecht und gewann damit ein großes Stück Selbstständigkeit und Lebensqualität. Besonders erfreulich: Der Akku hat die lange Reise unbeschadet überstanden, und der Rollstuhl entspricht den Anforderungen der jungen Nutzerin in jeder Hinsicht.
„Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, was durch Engagement, gute Netzwerke und die Zusammenarbeit vieler Menschen möglich wird“, erklärt Heinz-Peter Thiel. „Viele kleine Beiträge haben gemeinsam dazu geführt, dass einer jungen Frau in Tansania neue Mobilität und damit neue Lebensperspektiven geschenkt werden konnten.“
Eifellicht e.V. bedankt sich herzlich bei allen Beteiligten – insbesondere bei Alexa Krämer, Paul Ittenbach und dem Verein „Together – Behindert, NA UND!“, MWANZA e.V., FELUWA Pumpen, Ewald Hoffmann sowie allen weiteren Unterstützern, die zum Gelingen dieses besonderen Projekts beigetragen haben.
Gemeinsam kann man viel bewegen.